Turin-Charta über Sicherheit beim Ski fahren

Im Februar 2006 verabschiedeten Sicherheitsexperten die Skisicherheits-Charta in Turin. Nicht nur die Leistung der Sportler zählt – sondern auch die Sicherheit!

Rund 30 Millionen Skifahrer und Snowboarder sind jedes Jahr auf Skipisten in Europa unterwegs, weltweit sind es etwa 50 Millionen. Allein im Alpenraum verletzen sich jährlich etwa 250.000 Personen auf Skiern oder Snowboards, davon müssen etwa 175.000 im Spital behandelt werden. In Österreich sind es pro Jahr rund 70.000 Personen, die sich bei einem Pistentrip so schwer verletzen, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Grund genug, sich näher mit der Thematik auseinanderzusetzen. Den besten Rahmen dafür boten die olympischen Winterspiele 2006, wo sich fast alles um Ski und Co. drehte. Auf Einladung des Veranstalters der olympischen Winterspiele hat ein internationales Gremium aus renommierten Sport und Sicherheitsexperten eine umfassende Charta zum Thema Skisicherheit erstellt.

Internationale Standards
Mehr Sicherheit beim Skilauf ist ein internationales Anliegen. Am 5. Februar 2006 wurde die „Turin Charter on Skiing Safety“, verabschiedet, in die rund 40 ausgesuchte Experten aus Europa ihr Know-how haben einfließen lassen. Im Gremium waren auch Fachleute aus dem KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) vertreten. Ziel dieser Charta ist es, das Ski Laufen noch sicherer und damit noch attraktiver zu machen. Insbesondere der grenzüberschreitende Tourismus braucht internationale Standards. Die Turiner Charta fordert daher die weltweite Harmonisierung von Standards für Pistenpräparierung, Pistenordnung, Bindungseinstellung und der zugehörigen Gesetzgebung sowie des Gesetzesvollzugs. Vor allem die Sportler müssen besser über Gefahren und Sicherheitsmaßnahmen informiert werden. Tausende verletzte Wintersportler jährlich bedeuten nicht nur persönliches Leid, sondern auch enorme Kosten für die Gesundheitssysteme. Einzelne Staaten wie z.B. Italien haben zum Schutz der Wintersportler strenge Gesetze – beispielsweise die Skihelmpflicht für Kinder – eingeführt, wodurch ein Durcheinander an Vorschriften in Europa droht. Eine international harmonisierte Politik für sicheren Skisport wäre ein Meilenstein für die Gesundheit, den Tourismus und den Konsumentenschutz. Der erste Schritt ist mit der Erstellung der umfassenden Skisicherheits-Charta getan. Im zweiten Schritt soll das Dokument nun weltweit Politikern und Entscheidungsträgern nahe gebracht werden, um möglichst bald effiziente Diskussionen zu starten – die hoffentlich im dritten Schritt zur Umsetzung der Sicherheits-Charta führen.

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