Ein Unfallpräventionsprogramm für Österreich

Verletzungen und ihre Folgen sind ein wachsendes Gesundheitsproblem in Europa. In den meisten Staaten hat die Gesundheitspolitik aber noch nicht darauf reagiert. Unterschiedliche Institutionen – hauptsächlich NGOs – engagieren sich jeweils zu verschiedenen Teilthemen (Verkehr, Arbeit, Freizeit, Sport, Gewalt, Suizid) – eine wirksame Gesamtpolitik hingegen fehlt bisher. Die WHO hat diese Problematik analysiert und den EU-Mitgliedsstaaten die Entwicklung eines zielorientierten Unfallverhütungsprogramms auf nationaler Ebene ans Herz gelegt. Auch die Europäische Kommission hat in einer Mitteilung an das Europäische Parlament und den Europäischen Rat einen umfassenden politischen Aktionsplan formuliert, der den Europäischen Bürgern mehr Sicherheit bringen soll. Bestehende Institutionen für Gesundheitsplanung und -förderung sollen im Rahmen ihrer Tätigkeit mehr Unfallverhütung betreiben. Grundlage dafür sind Erforschung und regelmäßige statistische Beobachtung des Unfallgeschehens. Besonders wichtig für das Erkennen von Problemen und Finden von Lösungsstrategien ist die gezielte Erhebung von Unfallursachen. Nationale Aktionspläne zur Unfallverhütung schaffen die dafür notwendigen Rahmenbedingungen.

Der Ratsvorschlag der Europäischen Kommission empfiehlt national koordinierte Unfallpräventionsmaßnahmen unter der Schirmherrschaft der für Gesundheit zuständigen Institutionen. Dies ist kein Widerspruch zum im österreichischen Gesundheitswesen bestehenden Föderalismus. Die Verantwortung und Durchführung von Präventionsmaßnahmen würden weiterhin Ländersache bleiben, aber die länderübergreifende Koordination und Abstimmung sollte vom Bundesministerium für Gesundheit initiiert werden.

Bereits seit 2002 gibt es mit dem Österreichischen Verkehrssicherheitsprogramm einen Aktionsplan für die Verkehrssicherheit. Mit einem Österreichischen Aktionsplan zur Unfallverhütung wird auch in den anderen Lebensbereichen eine intensivere und systematischere Präventionsarbeit vorangetrieben. Durch Installation eines österreichischen Unfallpräventionsprogramms würde Unfallverhütung als ressortübergreifendes Thema verstanden und durch die somit bundesweit koordinierten Maßnahmen effektive und effiziente Präventionsarbeit für die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung geleistet.

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