Ertrinken – der lautlose Tod

Jährlich sterben etwa 84 Menschen in Österreich durch Ertrinken. 591 Menschen waren es im Zeitraum von 2000 bis 2006. Besonders gefährdet sind Personen ab 50: Mehr als die Hälfte aller Ertrunkenen (54 %) zählte zu dieser Altersgruppe. Aber auch Kleinkinder unter fünf Jahre sind diesbezüglich besonders gefährdet. So ertranken im Zeitraum von 2000 bis 2006 40 Kinder unter fünf Jahren. Bei Kleinkindern zählt Ertrinken zu den häufigsten tödlichen Unfallarten.

Verletzte Schwimmer findet man jedes Jahr in Österreichs Spitälern. Im Jahr 2006 waren es rund 4.100 Personen, die sich beim Schwimmen, Springen und Tauchen so schwer verletzten, dass sie im Spital behandelt werden mussten. 2.000 davon (49 %) waren Kinder unter 15 Jahren. 47 Prozent der beim Schwimmen verletzten Kinder mussten auf Grund einer Kopfverletzung behandelt werden.

Argusaugen auf die Kleinen
Kleinkinder sollten auch in Ufernähe immer Schwimmflügel tragen. Schwimmreifen, Schwimmtiere oder Luftmatratzen schützen nicht vor dem Ertrinken, sie sind reines Spielzeug. Nur Europa-Norm gerechte Oberarm-Schwimmflügel (erkennbar am CE-Zeichen) mit getrennt voneinander aufblasbaren Kammern und Sicherheitsventilen bieten ausreichend Schutz, doch sie ersetzen die Aufsichtspflicht nicht. Daher Kinder nie unbeaufsichtigt im Wasser spielen lassen! Enorm wichtig ist das Wissen, wie man im Notfall Wiederbelebungs-Maßnahmen anwendet, denn im Notfall kommt es auf sofortige Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzmassage an.

Für Kinder sind Springen und Rutschen der größte Spaß. Doch Vorsicht: Gerade bei einem Kopfsprung in unbekanntes Gewässer kann man sich leicht Kopfverletzungen zuziehen oder sich gar die Wirbelsäule verletzen. Auf der Rutsche gilt: Nicht auf dem Bauch, Kopf voran oder gar stehend rutschen. Außerdem immer nur einzeln rutschen und nach der Landung gleich aus der Bahn schwimmen.

Jugendlicher Übermut
Jugendliche, die in unbekannte oder ganz einfach zu seichte Gewässer springen und dabei ihr Leben aufs Spiel setzen, gehören zur Risikogruppe. Auch nächtliche Boots- und Schwimmpartien verbunden mit Alkohol, die meist aus Übermut oder um „sich etwas beweisen zu wollen“ entstehen, stellen lebensbedrohliche Gefährdungen dar.

Trügerische Erfahrung
Menschen ab 50 müssen beim Schwimmen darauf achten, sich nicht zu überfordern. Selbstüberschätzung und Überanstrengung sind häufige Todesursachen. Zudem droht eine mögliche Überbeanspruchung des Herz-Kreislaufsystems. Liegt das letzte Training schon etwas länger zurück, sollte man besser keine langen Schwimmstrecken planen, schon gar nicht alleine. Speziell Senioren müssen auch bei dieser Sportart ihren Gesundheitszustand beachten und sollen sich nur der eigenen Kondition gemäß im Wasser bewegen. Ermüdungserscheinungen, Krämpfe oder Kreislaufprobleme stellen im Wasser eine lebensbedrohliche Gefährdung dar – bei  ersten Anzeichen ist es höchste Zeit für die Rückkehr ans Ufer. Um einseitige Belastung und Verspannungen zu vermeiden, ist ein häufiges Wechseln von Schwimmlage und Schwimmstil empfehlenswert.

Erste-Hilfe-Kurse retten Leben
Von der Schnelligkeit, mit der die Erste-Hilfe-Maßnahmen durchgeführt werden, kann das Leben eines Menschen abhängen. Nach einem Herzstillstand von vier Minuten besteht bei sofortiger Hilfe eine Überlebenschance von 43 Prozent. Nach acht Minuten verringert sich die Chance auf sieben Prozent. Auch wenn ein Ertrinkender aus dem Wasser gerettet wurde, kann das Hirn durch den Sauerstoffmangel weiteren Schaden erleiden. Bei fehlender Atmung oder Herzschlag können nur sofort durchgeführte Reanimationsmaßnahmen (jede Sekunde zählt!) Leben retten und Dauerschäden verhindern.

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