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Seniorenunfälle |
![]() Die eigenen vier Wände bergen die größte GefahrBetrachtet man die Art der Tätigkeit zum Zeitpunkt des Freizeitunfalls, so zeigt sich folgendes Bild: Senioren verunfallen nur zu 13 Prozent beim Sport (20.100 spitalsbehandelte Unfälle), jedoch zu 87 Prozent (135.700 spitalsbehandelte Unfälle) in den Bereichen Heim und Freizeit. Bei den Heim- und Freizeitunfällen ist die größte Gefahr in den eigenen vier Wänden zu stürzen. So verunfallten im vergangenen Jahr 47 Prozent (63.900) der Senioren zuhause, 20% der Unfälle (26.500) passierten in der näheren Wohnumgebung. Mehr als drei Viertel der Unfälle (105.000) im Bereich Heim und Freizeit waren Stürze. Bei der Zahl der tödlichen Seniorenunfälle wird die Problematik noch deutlicher. Jeder zweite tödliche Seniorenunfall ist ein Sturzunfall. Vor allem steile Treppen ohne Handläufe, rutschende Teppiche und lose Kabel sowie eine schlechte Beleuchtung und schmale Wege stellen Gefahren für die ältere Generation dar. Durch rechtzeitige Maßnahmen wäre es möglich, eine Vielzahl der Unfälle zu vermeiden. Dennoch ist die Bereitschaft entsprechende Sicherheitsvorkehrungen zu ergreifen gering. Während die Pensionsvorsorge bereits in jungen Jahren getroffen wird, ist das Ergreifen von Sicherheitsmaßnahmen in den eigenen vier Wänden nach wie vor ein Tabuthema. Eine tiefenpsychologische Studie gibt Antwort auf die Frage "Warum?" Älter werden – was bedeutet das? Es ist daher nicht verwunderlich, wenn die befragten Personen:
Die Pensionierung stellt sich dabei als markanter und extrem belastend erlebter Einschnitt dar: Von heute auf morgen eröffnet sich ein Übermaß an Zeit und Optionen. Anders gesprochen: Die Pensionierung bedeutet eine Vertreibung ins Paradies, und genau das kann Himmel und Hölle zugleich sein. Daraus ergeben sich zwei mögliche Umgangsformen mit dem Älterwerden. Lost in Paradise: Die Personen, die diese Umgangsform wählen, haben Schwierigkeiten, das Passiv-Werden zu akzeptieren. Sie versuchen krampfhaft „auf jung zu machen“, was das Unfallrisiko deutlich erhöht, oder sie lassen sich gehen und verfallen in Starrsinnigkeit, Depression und emotionale Verwahrlosung. Sicherheit schafft Freiräume Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Verringerung von Seniorenunfällen muss daher die Befreiung des Sicherheitsdenkens von negativen, einschränkenden Bedeutungen sein. Anstatt immer nur Verbote zu formulieren, sollte die Generation 60+ die Möglichkeit bekommen, ihre Aktivität sicher leben zu können. Neben verstärkten Maßnahmen im Bereich des barrierefreien Bauens und der Sicherheitsvorsorge auf politischer und privatwirtschaftlicher Ebene, müssen Anreize geschaffen werden, sich im privaten Bereich mit der eigenen Sicherheit rechtzeitig auseinanderzusetzen. |