Bewegungsmangel und Muskelschwäche führen zu Stürzen

Bewegung hält jung. Eine Weisheit, die vor allem im Alter ihre Berechtigung hat. Bewegung ist gut für Herz, Kreislauf und Immunsystem sowie für den Bewegungsapparat und das generelle Wohlbefinden. Bewegungsmangel und die daraus resultierende Muskelschwäche sind ein Grund für viele Stürze und damit Verletzungen im Alter.

Stürze: Unfallart Nummer eins bei Senioren
Von 2001 bis 2005 sind die tödlichen Freizeitunfälle der ab 60-Jährigen um 33 Prozent gestiegen. Ihr Anteil an allen tödlichen Freizeitunfällen liegt bei 84 Prozent. Stürze sind mit 68 Prozent Hauptunfallart, die oftmals auf externe Ursachen – wie etwa ein schlecht beleuchtetes Stiegenhaus – zurückzuführen sind. Jährlich verletzen sich ca. 71.000 Senioren durch Ausrutschen oder Stolpern so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen. Mit der steigenden Lebenserwartung steigt auch das Risiko, einen Sturz zu erfahren. Jede dritte Frau über 65 Jahren stürzt zumindest einmal im Jahr, jede dritte Frau über 80 Jahren sogar mehrfach pro Jahr.

Was in jungen Jahren nur ein Gipsbein oder blaue Flecken nach sich zieht, endet im Alter nicht selten mit einem Oberschenkelhalsbruch. Nur etwa 50 Prozent der Patienten, die einen Schenkelhalsbruch erlitten haben, erhalten nach einem Jahr ihre ursprünglichen Funktionsfähigkeit zurück. 15 bis 25 Prozent der Patienten mit einem Schenkelhalsbruch sterben innerhalb des ersten Jahres, weitere zehn Prozent müssen in ein Pflegeheim eingewiesen werden. Stürze und ihre Folgen stellen damit die sechsthäufigste Todesursache älterer Menschen dar.

Ursachen für Stürze
Sturzursachen sind vielfältig. Sie reichen von verschiedenen Erkrankungen, Blutdruckproblemen und Medikamentennebenwirkungen bis hin zu Stolperfallen oder schlechter Beleuchtung. Aber auch eine schlechte Einschätzung der eigenen Fähigkeiten oder für die aktuelle Verfassung inadäquate Tätigkeiten (z.B. auf die Leiter steigen oder auf einem Stockerl stehend Vorhänge aufhängen) können zu Stürzen führen.

Bewegung schützt
Bewegung kann das Leben um viele Jahre verlängern und verhindert Unfälle. Viele ältere Menschen sind durch jahrzehntelangen Bewegungsmangel „eingerostet“. Die Muskeln verkümmern, die Bänder verkürzen sich und das Gleichgewicht ist gefährdet. Vor allem Unfälle durch Stürze könnten durch ein gezieltes Balance- und Krafttraining reduziert werden. Daher ist Fitness und Sport gerade im Alter von entscheidender Bedeutung und hat einen enormen Gesundheitseffekt.

Moderne Trainingskonzepte sind an das Leistungsniveau angepasst und machen Freude. Regelmäßige Bewegung in Gruppen, sei es in einem Fitnesscenter oder in Kursen wie z.B. an der Volkshochschule, trainieren nicht nur Herz und Kreislauf, sondern verbessern auch soziale Kontakte, fördern die Kommunikation und somit in weiterer Folge auch die Gehirnleistung. Gleichgewichtssinn, Koordinations- und Orientierungsfähigkeit werden hier mit einfachen Mitteln trainiert. Gangunsicherheiten und Koordinationsstörungen können so beseitigt werden.

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