
Altersgerechtes Bauen
Das Alter bringt zumeist Einschränkungen der Beweglichkeit, eine Abnahme der Körperkraft und verschiedene Leiden mit sich. Trotz erhöhter Vorsicht haben ältere Menschen aufgrund ihrer Gebrechlichkeit mehr Unfälle, Verletzungen heilen schlechter. Deshalb sind im Alter Prävention (z.B. durch Bewegung) und eine bedarfsgerechte Wohnungsgestaltung inklusive barrierefreier Bauweise (z.B. keine Türschwellen) besonders wichtig.
Achtung Sturzgefahr!
Stürze sind mit rund 80 Prozent die Hauptunfallart von Senioren (60+) zu Hause. Sie sind oftmals auf externe Ursachen wie etwa ein schlecht beleuchtetes Stiegenhaus zurückzuführen. Mängel in der gebauten Umgebung zu beseitigen, ist demnach ein wichtiger Faktor für sicheres Wohnen. Und wenn sowieso schon große Umbauarbeiten geplant sind: Warum nicht gleich den Blick in die Zukunft richten und altersgerecht bauen?
Barrierefreies Bauen
Das so genannte barrierefreie Bauen bringt viele Vorteile mit sich: Ein stufenloser Hauseingang macht das Betreten der eigenen vier Wände auch mit Rollstuhl möglich. Bei Türbreiten von mindestens 80 cm, noch besser 90 cm eckt man auch mit Gehhilfen nicht an. Sehr praktisch ist ein Türsystem mit Türantrieb, das Türen automatisch öffnet und schließt. Damit Türschwellen nicht zum Hindernis werden, sollte man diese ganz abtragen lassen oder zumindest farbig markieren. Beim Bodenbelag ist rutschhemmendes Material zu bevorzugen.
Gang & Treppen
Ein durchgehender Handlauf auf beiden Seiten bzw. ein Geländer, das über die erste und letzte Stufe hinausgeht, gibt Halt im Stiegenhaus. Um nicht im Dunkeln herumtapsen zu müssen, empfiehlt sich die Montage von Lichtschaltern am Treppenanfang und -ende oder die Kopplung des Lichts an einen Bewegungsmelder. Ein Treppenlift lässt nicht mehr ganz mobile Menschen die Treppe bequem und sicher bewältigen.
Badezimmer & WC
Gerade die Nassräume stellen eine der Hauptgefahrenquellen für Stürze dar. Durch das feucht-warme Klima kommt es oft zu Kreislaufproblemen. Stabile und ausreichend große Haltegriffe überall, wo man sie braucht, insbesondere bei Badewanne und Dusche, aber auch bei Toilette und Waschbecken, können sehr hilfreich sein.
Wannen sind für ältere Menschen nicht wirklich geeignet, besser sind bodengleiche Duschen. In der Dusche kann man auch eine ausklappbare Sitzgelegenheit mit Rückenlehne anbringen, die für zusätzlichen Komfort und Sicherheit sorgt. Wenn eine Wanne bevorzugt wird, dann mit einer speziell integrierten Einstiegsmöglichkeit. Voll unterfahrbare und höhenverstellbare Waschbecken sind für Rollstuhlfahrer eine große Hilfe.
Falls trotzdem einmal ein Notfall eintritt, sollten sich Helfer Zugang zum Badezimmer verschaffen können. Deshalb ist es besonders wichtig, dass Badzimmer- und WC-Türen nach außen aufgehen und der Sperrriegel von außen geöffnet werden kann.
Wohn- & Schlafzimmer
Zu niedrige Sitzgelegenheiten oder ein zu niedriges Bett erschweren das Aufstehen – der Tischler kann sie erhöhen. Spezielle Fenster erleichtern dank eines tiefer positionierten Griffs das Auf- und Zumachen. Es gibt außerdem spezielle Kleiderschränke mit Kleiderlifts und Karussells, die einen einfachen Zugang zur Kleidung gewährleisten.
Küche
Auch für das barrierefreie Leben in der Küche gibt es spezielle Möbel: Einfach bedienbare Höheneinstellungen der Schränke und Arbeitsflächen sowie voll unterfahrbare Arbeitsflächen erleichtern die Arbeit. Praktisch sind Einhand-Mischbatterien mit eingebautem Thermostat, die vor Verbrühungen schützen. Laden erleichtern das Herausheben schwerer Töpfe aus den Unterschränken. Backrohr und Kühlschrank sind in bequemer Höhe zu installieren.


