Keine Angst vor Kratzern: Bewegungsförderung bei Kindern

Bewegung macht sicher. Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, der ausgelebt werden muss. Das Sammeln ausreichender Bewegungserfahrung ist eine wesentliche Grundlage für die Ausbildung der motorischen Fähigkeiten. Bewegung fördert aber auch Intelligenz, Kommunikationsfähigkeit, Selbstwertgefühl und Sozialverhalten. Trotzdem bewegen sich Kinder heute auf Grund geänderter Lebensbedingungen immer seltener im notwendigen Ausmaß – passive Tätigkeiten nehmen einen guten Teil des Tagesablaufs ein.

Durch das veränderte Freizeit- und Spielverhalten der heutigen jungen Generation ergeben sich mehrere negative Folgen. Eine davon ist Ungeschicklichkeit durch mangelnde Bewegung. Wer langsam reagiert und seine Bewegungen nicht optimal koordinieren kann, ist einem höheren Unfallrisiko ausgesetzt als Gleichaltrige mit guter Körperbeherrschung. Weiters sollte eine selbstständige Gefahreneinschätzung der Kinder gefördert werden. Dies kann aber nur umgesetzt werden, wenn Kinder auch gewisse Freiheiten haben und beim Herumtollen nicht laufend eingeschränkt werden.

Keine Angst vor Kratzern – Augen auf vor wirklichen Gefahren
Eine paradoxe Folge von Bewegungsarmut ist die Zunahme von Unfällen, die auf mangelnde Kraft und Geschicklichkeit zurückzuführen sind. Kinder tollen gern herum und verletzen sich dabei naturgemäß auch immer wieder. Leichte Verletzungen bei Spiel und Sport sind aber nicht weiter tragisch und gehören zur Entwicklung von Kindern dazu. Die meisten Kratzer verheilen schnell wieder.

Allerdings passieren leider zu viele Unfälle deshalb, weil zu wenig auf die Sicherheit von Kindern geachtet wird. Die Hauptgefahrenquellen stellen hierbei der Straßenverkehr, offene Wasserflächen, Sturz- und Verbrennungsgefahren dar. Laut Freizeitunfallstatistik des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) hatten im Jahr 2006 insgesamt rund 170.200 Kinder unter 15 Jahren Unfälle. 87.300 Unfälle davon passierten zu Hause bzw. in der Freizeit, 38.300 beim Sport, 41.016 in der Schule (Quelle: AUVA) und 3.591 im Straßenverkehr.

Ein herausforderndes Bewegungsumfeld schafft Erlebnisfaktor
Bereits Kindergartenpädagogen stehen hier vor der großen Aufgabe, für Kinder ein Bewegungsumfeld zu schaffen, das diese „automatisch“ zu mehr Bewegung herausfordert. Auch Eltern können einiges tun, um das eigene Wohnumfeld für Kinder attraktiver zu gestalten und mehr Möglichkeiten und Anreize für die notwendige Bewegung zu schaffen.

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