INTEGRIS: Effiziente Erhebung von Verletzungsdaten und aussagekräftige Indikatoren für bleibende Behinderungen

Das EU-Projekt „INTEGRIS“, an dem unter Leitung des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) Organisationen aus elf Staaten mitarbeiten, soll ein effizientes präventionsorientiertes Monitoring von Verletzungen und ihren Folgen entwickeln. Am Ende des Projekts soll ein benutzerfreundlicheres System zur Erfassung und statistischen Aufbereitung von Spitalsdaten verfügbar sein. Gesundheitsindikatoren für Invalidität werden berechenbar sein. Kenngrößen für verschiedene Tätigkeiten, Örtlichkeiten oder Produktgruppen können abgeleitet werden. Langfristiges Ziel ist ein repräsentatives kosteneffizientes Unfallerhebungssystem in allen EU Mitgliedsstaaten nach Vorbild des Modells INTEGRIS.

Das Ausgangsproblem
In den 27 Mitgliedsstaaten der EU werden jährlich rund 60 Millionen Verletzte registriert. Davon müssen etwa sieben Millionen Fälle stationär behandelt werden, für mehr als 250.000 Personen endet die Verletzung tödlich. Diese Eckdaten des Unfallgeschehens in der EU sind zwar bekannt, es fehlt aber eine solide Methodik für verlässliche Kenngrößen („Gesundheitsindikatoren“) dafür, welchen Anteil bestimmte Tätigkeiten (z.B. Sportarten), Örtlichkeiten (z.B. Wohn- und Arbeitsräume) oder Produkte (z.B. Schuhwerk) an den Unfallfolgen haben. Auch für die schwersten nicht-tödlichen Folgen – Langzeitschäden und Invalidität – fehlen solche Indikatoren. Während bisher keine der verfügbaren europäischen Statistiken diese Anforderungen erfüllt, liefert die Verknüpfung zweier bestehender Datenquellen – der präventionsorientierten European Injury Database (IDB) und der europaweit standardisierten Spitalsentlassungsstatistik – diesbezüglich einen vielversprechenden Ansatz.

Das Ziel
Das EU-Projekt „INTEGRIS“ soll ein effizientes präventionsorientiertes Monitoring von Verletzungen und ihren Folgen entwickeln. Dafür werden die beiden Datenquellen IDB und Spitalsentlassungsstatistik inhaltlich und organisatorisch verbunden. Der praktische und gesundheitspolitische Nutzen der neuen Methodik der Datenerhebung und der Berechnung der Gesundheitsindikatoren soll in Demonstrationsprojekten in sieben europäischen Ländern getestet werden. „Erhöhung der Effizienz“ bedeutet für die INTEGRIS-Krankenhäuser insbesondere das Ausschöpfen organisatorischer und technologischer Potenziale bei gleichzeitiger Kostenreduktion:

  • keine Doppelerfassung von Patientendaten
  • nutzbar machen aller ohnehin erhobenen, aber bis dato nicht zusammengeführten Daten, die für das Monitoring von Verletzungen relevant sind
  • unmittelbares Feedback der aufbereiteten Informationen an ihren Ursprung, also die Krankenhäuser und Patienten
  • unmittelbare Verfügbarkeit der aufbereiteten Informationen für „die User“, also Entscheidungsträger in der Gesundheitsverwaltung und allen Bereichen der Unfall- und Verletzungsprävention

Auftrageber
EU DG Research, 7. EU-Rahmenprogramm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration

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