EuroSafe engagiert sich europaweit für Verletzungsverhütung

Dr. Rupert Kisser aus dem KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) wurde im April 2005 von der Generalversammlung zum Vorstandsvorsitzenden der European Association for Injury Prevention and Safety Promotion (kurz: EuroSafe), dem europäischen Dachverband der Unfallverhütungsorganisationen mit Hauptsitz in Amsterdam, gewählt. Kisser gehörte bereits seit 1994 dem Vorstand an.

Ziel von Kisser ist es, die Zusammenarbeit aller Institutionen im Bereich der Unfallverhütung zu entwickeln – also von Einrichtungen für die Sicherheit der Konsumenten, für Verkehrssicherheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, für Gewaltprävention und Selbstmordverhütung. Erst durch die Überwindung der Zersplitterung wird die große Bedeutung des Verletzungsgeschehens für die öffentliche Gesundheit sichtbar, und Prävention kann zu einer Priorität der Gesundheitspolitik werden. Außerdem ist geplant, verstärkt Mitglieder aus den osteuropäischen Ländern für EuroSafe zu gewinnen. Angestrebt wird, dass EuroSafe die Koordinationsstelle für die Durchführung europäischer Kampagnen für Verletzungsverhütung wird. Die Idealvorstellung: Allen interessierten Stellen in allen europäischen Staaten bietet EuroSafe einen einfachen Zugang zu Verletzungsstatistiken und zu den besten Lösungen für Verletzungsverhütung.

Neugründung mit verbreitertem Aufgabenspektrum
Gleichzeitig mit der Wahl des neuen Vorsitzenden ging eine Runderneuerung der Organisation einher, die bislang unter dem Namen European Consumer Safety Association, kurz ECOSA (gegründet 1984), auftrat. Der bisherige Fokus auf Heim-, Freizeit-, Sport- und Konsumentensicherheit wurde ausgedehnt: Nun werden verstärkt Facheinrichtungen für öffentliche Gesundheit, Verkehrssicherheit, Gewaltprävention und Sicherheit am Arbeitsplatz eingebunden. Durch die Erweiterung des Aufgabenspektrums entsteht eine breite Plattform für Verletzungsverhütung.

Tätigkeitsfelder der EuroSafe
EuroSafe führt bereits jetzt Aufträge der Europäischen Kommission durch, darunter die Entwicklung eines „European Child Safety Action Plan“. Dabei wird die Gesetzgebung der einzelnen Mitgliedsländer der EU analysiert und daraus Empfehlungen zur Verbesserung der Kindersicherheit abgeleitet. Darüber hinaus hat EuroSafe (noch unter dem alten Namen ECOSA) wesentlich an der Verbesserung des Produktsicherheitsgesetzes mitgewirkt und entscheidend zum Aufbau einer europäischen Verletzungsstatistik mit einheitlichen Messkriterien beigetragen. Die Tätigkeiten von EuroSafe beschränken sich nicht auf die Mitgliedsländer der Europäischen Union, sondern betreffen die gesamte europäische Region, wie sie von der WHO definiert wird (d.h. 52 Staaten einschließlich zentralasiatischer Republiken, Russland und Israel). Inhaltlich hat sich EuroSafe der Verletzungsverhütung verschrieben und damit das klassische Feld Unfallprävention weiter gefasst. Schwerpunkte der Arbeit von Eurosafe sind daher neben der Sicherheit von Kindern, Senioren und schwachen Verkehrsteilnehmern die Suizid- sowie Gewaltprävention.

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