Tag der offenen Tür für Diebe

Nicht jeder, der in Mehrfamilienhäusern bei einer Tür anläutet, hat friedliche Absichten. Was Einbrechern in Wohnobjekten mit vielen Parteien hilft, ist die zunehmende Anonymität und das mangelnde Interesse an der gemeinsamen Sicherheit. Auch wenn der Kontakt nur lose ist, sollte man zumindest die direkten Nachbarn kennen, um hausfremde Personen leichter identifizieren zu können. Und auch Fremde im Stiegenhaus können freundlich danach gefragt werden, wen sie suchen.

Über zwei Drittel der Einbrecher sind so genannte Spontantäter, für die eine offene Haustür eine Einladung zur Straftat ist. Die Hauseingangstür auch tagsüber zu schließen und sogar zuzusperren und nicht nur zuzuziehen, ist ein effektives Gegenmittel. Wenn jemand klingelt, kann das eine Anwesenheitskontrolle sein. Daher niemals öffnen ohne nachzufragen, wer ins Haus will. Informationen über Nachbarn, vor allem über deren An- und Abwesenheitszeiten, sollten niemals an fremde Personen weitergegeben werden.

Das KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) hat an rund 5.000 Objekten in ganz Österreich erhoben, wie leicht man sich Zutritt zu Mehrfamilienhäusern verschaffen kann.

Tage der offenen Tür
Im Österreich-Durchschnitt waren 62 Prozent aller Versuche, durch die Hauseingangstüre in das Stiegenhaus zu gelangen, erfolgreich. Bei rund einem Drittel der Häuser stand die Tür sperrangelweit offen und die Tester konnten ohne Probleme hinein spazieren. Weitere 22 Prozent der Eingangsbereiche waren zwar geschlossen, aber unversperrt. Falsch verstandene Höflichkeit von Bewohnern, die gerade das Haus verlassen oder betreten wollten, war eine weitere Möglichkeit, sich unkompliziert Zutritt zu verschaffen: Bei jedem achten Haus wurde dem Unbekannten einfach die Tür aufgehalten.

Gegensprechanlage: Zu wenig genutzte Einbruchsbarriere
Frechheit siegt – das denken sich auch viele Langfinger und versuchen mit banalen Ausreden an der Gegensprechanlage in ein verschlossenes Mehrfamilienhaus zu gelangen. Die erhobenen Häuser waren zu 94 Prozent mit Gegensprechanlagen ausgerüstet, bei mehr als einem Viertel genügte aber ein einfacher Trick, um verschlossene Türen zu öffnen. Am erfolgreichsten war mit 90 Prozent die Ausrede, dass für einen anderen Bewohner ein Paket zugestellt werden muss. Von Blumenlieferungen ließen sich 87 Prozent erweichen und mit dem Begehr, Werbematerial verteilen zu wollen, konnten rund 82 Prozent der Testpersonen überrumpelt werden.

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