
Handys: Oft geklaut, selten wiedergefunden
Netzbetreiber buhlen heute mit 0-Euro-Angeboten um die Gunst der Kunden. Auf den ersten Blick könnte man deshalb meinen, dass ein Handy nicht sehr viel wert ist. Wenn es gestohlen wird, merkt man aber, dass da einiges an Wert drin steckt. Das zeigt auch die steigende Zahl der Diebstähle.
Etwa jeder dritte Täter ist ein Jugendlicher zwischen 14 und 18 Jahren. Die jungen, hauptsächlich männlichen Langfinger klauen Handys, um bis zur Sperre des Telefons auf fremde Kosten zu telefonieren. Bei den übrigen Tätern steht aber durchaus die kommerzielle Verwertung in Form von Weiterverkauf im Vordergrund. Nicht selten werden die Geräte auch für Planung und Umsetzung anderer Verbrechen genutzt.
Wenn das Handy weg ist, kommen die Kosten
Das Sperren der SIM-Karte ist teilweise nur kostenlos, wenn die Diebstahlsanzeige vorgelegt wird, die Grundgebühr ist auf jeden Fall bis zum Vertragsende zu bezahlen. Eine neue SIM-Karte kann mit bis zu 20 Euro zu Buche schlagen und ein neues Handy ist meist nicht kostenlos zu bekommen. Dazu kommen Gesprächskosten, die entstehen, bis der Handyklau entdeckt wird. Ganz zu schweigen vom Verlust privat oder beruflich wichtiger Telefonnummern oder des aktuellen Terminkalenders.
Was tun, wenn der Diebstahl bemerkt wirkt?
Sofort nachdem der Diebstahl entdeckt wurde, sollte bei der Polizei Anzeige erstattet werden. Wichtig ist die 15-stellige IMEI-Nummer: Nur anhand dieser Seriennummer (am Akku und der Originalverpackung angebracht oder mit *#06# abrufbar), die nicht so wie die SIM-Karte gelöscht oder entfernt werden kann, lässt sich ein Handy zweifelsfrei identifizieren. Die IMEI-Nummer wird zentral gespeichert und kann europaweit überprüft werden, was vor allem für die Kontrolle verdächtiger Personen beim Grenzübertritt wichtig ist. Beim Netzbetreiber muss die SIM-Karte sofort gesperrt werden, um teuren Missbrauch zu verhindern.
Vorbeugen ist besser als jammern
Im Gedränge können Handys einfach aus Jacken oder Taschen gezogen werden. Deshalb das Mobiltelefon möglichst körpernah und nicht in Außentaschen tragen. Im Pkw offen liegende Telefone verleiten Diebe dazu, auch gleich das Auto zu demolieren und andere Sachen mit zu nehmen. Selbst wenn es unbequem ist, sollte man das Handy mit der bei jedem Start einzugebenden PIN-Nummer schützen, damit niemand das Gerät unbefugt in Betrieb nehmen kann. Für teurere Handys empfiehlt sich außerdem eine Versicherung, die zum Teil direkt von den Netzbetreibern angeboten werden. Zumindest das Gerät wird dann gratis ersetzt, für auflaufende Gesprächskosten durch Unbefugte sind allerdings Selbstbehalte zu zahlen.


